Damit Deiche vor Sturmfluten schützen können

St. Peter-Ording: Schutzstreifen wird gerodet

Am kommenden Montag, 10. November, sollen die Arbeiten zwischen dem Böhler Leuchtturm und dem „Erlebnis-Hus“ beginnen.

Foto: Paarmann/LKN.SH

Damit Deiche vor Sturmfluten schützen können, schreibt das Landeswassergesetz vor, dass es auf, hinter und unmittelbar davor keinen Bewuchs gibt, der diese Schutzfunktion stört. In St. Peter-Ording ist dieser im Gesetz verankerte 20 Meter breite äußere Schutzstreifen so stark mit Gehölzen bewachsen, dass der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) in Absprache mit der Gemeinde nun einen knapp drei Kilometer langen Bereich roden lässt.

Am kommenden Montag, 10. November, sollen die Arbeiten zwischen dem Böhler Leuchtturm und dem „Erlebnis-Hus“ beginnen. Da hier mittlerweile auch Bäume gewachsen sind, rechnet Fabian Lücht, Geschäftsbereichsleiter des LKN.SH, damit, dass diese Maßnahme einige Wochen dauern wird. „Es geht nicht nur ums Zurückschneiden und Fällen“, sagt Lücht. „Wir müssen dabei auch die Wurzeln entfernen. Kippen die Bäume bei einer Sturmflut um, könnten ihre Wurzeln die Asphaltdecke des Deichfußes aufreißen und so dessen Schutzfunktion einschränken.“ Nicht auszuschließen sei zudem, dass Bäume bei einer Sturmflut herausgerissen werden, mit Wucht auf dem Deich landen und so dessen Deckschicht beschädigen. „Die schon seit Jahren von der Gemeinde geforderte vollständige Entfernung der Vegetation invasiver Pflanzen wird zukünftig auch verhindern, dass diese sich über den Deich hinweg in den dahinterliegenden Dünen aussäen können,“ freut sich Bürgermeister Boris Pfau und ergänzt: „Dadurch wird die in den letzten Jahren sehr erfolgreiche und mühsame Arbeit der Entkusselung, die Beseitigung junger Gehölze, in diesen Bereichen zusätzlich unterstützt.“

Warum wird die Rodung während der seit Oktober laufenden Sturmflutsaison durchgeführt?

Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt vor, dass lediglich im Zeitraum zwischen Oktober und Februar Bäume gefällt werden dürfen, u.a. aus Rücksicht auf brütende Vögel. Mit Rücksicht auf die Herbstferien und den
Tourismus in St. Peter-Ording entschieden sich der LKN.SH und die Gemeinde in Abstimmung mit dem Umweltministerium des Landes (MEKUN) nun dazu, erst im November mit der Rodung zu beginnen. Die jetzt anstehenden Maßnahmen sind mit der Nationalparkverwaltung und der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) abgestimmt.

Der am Außendeich verlaufende Radweg wird nach Angaben der vom LKN.SH beauftragten Baufirma voraussichtlich im Dezember für eine Woche gesperrt werden müssen. Die Kosten für die Maßnahme betragen 115.000 Euro (brutto).

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